Katholisch Stadt Zürich

Der rote Pullover von Franziska Driessen-Reding und die Vatikan-Karriere

Kirche muss nicht logischerweise der Himmel auf Erden sein - diese Einsicht erschloss sich am Montagabend den Gästen an der 3. "Fails@church"-Ausgabe. Und Franziska Driessen-Reding (Präsidentin Synodalrat der Katholischen Kirche im Kanton Zürich) bewies mit ihren Schilderungen, dass Speerspitzen der Kritik oft gar nicht sachlicher Natur sein müssen. Christian Gfeller (Kirchengründer und Pastor) sowie Manuel Schmid (ex-Leiter ICF Basel, heute RefLab) bewegten ebenfalls mit ihren Anekdoten und regten zum Nachdenken an.

Fails

Mut zum Scheitern und im Scheitern - dies war auch die Maxime der drei Gäste. Der Abend war entspannt und geprägt von der Offenheit der Gäste. Franziska Driessen-Reding gestand, dass sie bis zu ihrer Tätigkeit eigentlich nie das Gefühl hatte, als Frau minderwertig zu sein. Erst später dämmerte ihr dann zusehends und schmerzvoll, dass die Ebenbürtigkeit und Gleichberechtigung von Mann und Frau noch keine allgemeine Selbstverständlichkeit ist Für sie sei diese bedrückende Erkenntnis aber nicht Grund zum Aufgeben gewesen, sondern vielmehr Anlass, für die Sache der Frau in der Kirche Gas zu geben. Da hätten sie auch Sticheleien wie wegen eines roten Pullis nicht mehr stark getroffen ("Aha, gehst du jetzt als kirchlicher Würdenträger nach Rom?").

Fails_2

Manuel Schmid appellierte daran, dass man trotz analytischer Selbstkritik nicht vergessen dürfe, dass man "mehr als die Summe seiner Fehler sei". Die Kirche müsste es mit ihrer Botschaft eigentlich schaffen, der fehlerfreundlichste Platz auf dieser Welt zu sein.

Ein anschauliches Bild brauchte Christian Gfeller, um sein Scheitern zusammenzufassen. Er nannte es das Pinguin-Prinzip": Man muss an den Ort hinpassen, an dem man landet. Sonst klappt es nicht, kann es nicht klappen: "Der Pinguin kann zwar ins kalte Wasser springen, aber er kann nicht der Wüste befehlen, dass sie kühler und Wasser zum Tauchen bieten muss. "Jeder von uns muss sich aufmachen, sein Wasser zu finden", schloss Christian Gfeller.

Im Laufe der Woche wird der Talk auf dem Kanal unseres Medienpartners Life Channel zu hören sein.

Bericht zur aktuellen Ausgabe auf kath.ch

Infos zu "Fails@church" sowie Ausschnitte zu den ersten beiden Ausgaben