Katholisch Stadt Zürich

«Wir müssen den Gürtel künftig enger schnallen»

 Katholisch Stadt Zürich (Verband der Kirchgemeinden) wird 2020 mit rund 3.5 Millionen Steuereinnahmen weniger als ursprünglich durch die Stadt Zürich geschätzt auskommen müssen. Dieser Trend wird sich zudem nach Schätzungen in den nächsten Jahren weiter fortsetzen bzw. verstärken. Für Katholisch Stadt Zürich heisst dies: In Zukunft wird mit geringerem Budget geplant werden müssen. Das wurde an der Delegiertenversammlung vom vergangenen Dienstag an der "Freien Katholische Schule Sumatra" bekannt gegeben.

Konkret steht im Verbandsbudget 2020 einem Aufwand von CHF 83'006'329.00 ein Ertrag von CHF 78'412'800.00 gegenüber. Die Reduktion der Steuereinnahmen gepaart mit den notwendigen Steuerzuteilungen an die Kirchgemeinden für bauliche Massnahmen resultiert daraus das hohe Budgetdefizit von CHF 4'593'529.00​.

Noch verfügt der Verband über ein gesundes Eigenkapital. An der Delegiertenversammlung ging der Blick allerdings über die Gegenwart hinaus. Präsident Daniel Meier wandte sich deshalb sachlich, aber mit klaren Worten an die Delegierten: «Wir müssen künftig den Gürtel enger schnallen.»

Die Initiative «Kirche urban», die sich als Labor für neues kirchliches Leben der Zukunft sieht, wurde gestern von den Delegierten vom Status eines Projektes in eine dauerhafte Einrichtung überführt. Dekan Marcel von Holzen betonte die enorme Wichtigkeit dieses Projektes: "Weitermachen wie bisher reicht nicht mehr. Wir müssen uns der Frage stellen, wie wir auch religiöse Menschen erreichen, die in ihrem Leben suchend unterwegs sind, aber nicht klassisch in einer Pfarrei beheimatet sind".

Mit dem Blick auf die Zukunft wiesen sowohl Marcel von Holzen und Daniel Meier auf den 31. März 2020 hin. An diesem Abend wird in den Räumlichkeiten der Kirchgemeinde St. Franziskus der Bericht der Arbeitsgruppe «Katholisch Stadt Zürich 2030» vorgestellt. Er wurde zusammen mit dem SPI (Schweizerisches Pastoralsoziologisches Institut) ​erarbeitet und enthält die Resultate einer rund zweijährigen Analyse über die Auswirkungen des Mitgliederschwundes auf das Engagement in den verschiedensten Bereichen.

Am «Kirchengipfel» werden rund 250 Gäste aus dem kirchlichen Umfeld erwartet. Als Ergebnis dieses Abends soll eine Steuergruppe mit verschiedenen Kommissionen​ eingesetzt werden, die aufgrund der Analyse konkrete Schritte für «Katholisch Stadt Zürich 2030»​ erarbeitet.

Verabschiedet wurde an der DV Evelyn Niederhauser, sie scheidet Ende Jahr aus dem Vorstand des Verbandes aus. Evelyn Niederhauser (St. Theresia) betreute neben anderen Dossiers nicht zuletzt von 2010 bis 2018 die Missione Cattolica die Lingua Italiana Zürich in einer schwierigen Phase und führte diese wieder in ruhige Gewässer, bis diese in die Verwaltung des Synodalrates überführt wurde.

​Dann ging an der DV auch eine Ära zu Ende: Mit Andreas Meile, wurde ein Urgestein der katholischen Kirche der Stadt Zürich verabschiedet. Andreas Meile wird zu Ende Weihnachten in den Ruhestand treten. Sein Nachfolger als Geschäftsführer wird sein jetziger Stellvertreter Jürg Tribelhorn.

Daniel Meier dankte Andreas Meile in einer herzlichen Laudatio für Meiles grosses und auch persönliches Engagement. Die Delegierten spendeten Andreas Meile eine lange Standing Ovation. Ein Dankeschön für seine über 7-jährige Tätigkeit als Geschäftsführer und zuvor während sieben Jahren als Mitglied des Vorstandes von Katholisch Stadt Zürich.

Folgende Beiträge wurden einstimmig weiter für Projekte ausserhalb der Kirchgemeinden gesprochen:

  • Renovationsprojekt «aki»: Unterstützungsbeitrag CHF 500'000.-
  • Innenrenovation der Wallfahrtskirche Oberdorf (SO): Unterstützungsbeitrag CHF 100'000.-
  • Neubau Kapelle Limmattalspital: Unterstützungsbeitrag CHF 50‘000
  • Umbauprojekt Pfadiheim Haselhaus Biberstein: Unterstützungsbeitrag CHF 100'000.- zugunsten des Vereins «Pfadiheime St. Georg Zürich»